Veröffentlichungen
Flugblatt zur
Quds-Demonstration 2006
Im Namen des Barmherzigen
Frieden und Sicherheit für alle
Wir sind gezwungen täglich schreckliche Nachrichten insbesondere über Irak und Palästina zu hören. Es vergeht keinen Tag ohne dass mehrere Menschen im Irak durch Bombenanschläge und in Palästina durch brutale Angriffe der israelischen Armee getötet und verletzt werden.
Diese Situation wird langsam unerträglich. Jeder fragt sich ob man doch nicht etwas dagegen tun kann? Niemand möchte nur ein hilfsloser Zuschauer sein. Es stellt sich die Frage, ob man tatsächlich weiterhin die Entscheidung den einigen hundert wirkenden Politikern und Staatsmänner auf internationale Ebene überlassen soll? Sind es nicht gerade diese internationale Entscheidungsträger die zu der unakzeptablen Situation beigetragen haben? Müssen und können diejenigen, die die Probleme geschaffen haben sie auch lösen? Hat die jetzige Generation der Politiker und Staatsmänner, was den Frieden und die Gerechtigkeit auf der Wellt angeht nicht versagt? Ist es nicht an der Zeit dass die Völker in dieser existenziellen Angelegenheit das Wort übernehmen und den Politikern den Weg weisen? Der Weg der Vernunft, Moral, Gerechtigkeit und der Spiritualität.
Wir Muslime haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Nahostkonflikt befasst. Wir möchten unsere eigene Meinung dazu bilden und Lösungsvorschläge ausarbeiten. Wir laden hiermit alle Muslime ein in diesen innerislamischen Dialog einzutreten und ihre Meinungen und Gedanken uns mitzuteilen. Wir werden mit den gesunden gerechten Kräfte der Gesellschaft und besonders mit den Gläubigen der monotheistischen Religionen in einen Austausch treten und gemeinsam einen Konsens suchen.
Wir möchten kein palästinensisches Kind mehr sehen, dessen Arme und Beine durch die neuste High Tech, entwickelt von der europäischen, oder amerikanischen „Intelligenz“ zerfetzt werden! Wenn dies das Ergebnis der universitären Ausbildung und die Arbeit der Technologiezentren sein sollte, fordern wir die Schließung solcher Einrichtungen. Eine unverantwortliche Wissenschaft richtet mehr Schaden ein, als es Nutzen bringt. Mit dem jetzigen Stand der Wissenschaft und der Technologie könnte man die Meisten Probleme der Menschheit lösen. Aber wer steuert das ganze auf eine unmenschliche Bahn? Wer bestimmt den Kurs der Gesellschaften? Welche Rolle spielt in jedem Land das Volk? Wir sind ein kleiner Teil des Volkes und rufen die Mehrheit dazu auf Initiative zu ergreifen und mit uns zusammen sich für den Frieden auf der ganzen Wellt einzusetzen.
Im Nahen Osten wird der Frieden mehr als wo anders gebraucht. Aber ein dauerhafter Frieden, der nur zustande kommen kann, wenn er auf Gerechtigkeit und Sicherheit basiert. Ein sogenannter Frieden der dem einen schwer bewachte Teilsicherheit und dem anderen den Tod bringt hat den Namen nicht verdient. Frieden steht nicht im Einklang mit Verbrechen und Unterdrückung. Frieden kann man nicht in dem Gesicht des 7 jährigen Libanesin erkennen, dessen gesamte Familie ausgelöscht wurde. Die Blüten des Friedens können in dem zufriedenen Lächeln der palästinensischen Kinder aufgehen. So Gott will.
Liebe Muslime! Wir haben eine schwere aber fruchtbare Zeit vor uns. Der Reifeprozess fordert uns gerade zur Selbständigkeit. Wir müssen eigene, auf Deutschland und Europa zugeschnittene Meinungen, Stellungnahmen und Konzepte ausarbeiten, die nicht unbedingt mit denen der islamischen Länder übereinstimmen müssen. Wir leben hier und Deutschland ist für den einen die erste und für den anderen die zweite Heimat. Wir dürfen nicht körperlich hier aber geistig abwesend sein. Auf der anderen Seite haben wir es hierzulande trotz allgemeinen demokratischen Verhältnisse, mit sehr engen Freiräume und politischen wie Intellektuellen Eingriffe in unsere Grundrechte – moderner Inquisition zu tun. Leider manche wenige weltfremde, von fremden Staaten abhängige Gruppen unter uns, die den Islam nicht begriffen haben, machen die Sache noch schwerer und Liefern unseren Gegnern dringend benötigte Munition! Dieser Kampf auf zwei Fronten kann für unsere Entwicklung aber fördernd sein.
Was Palästina angeht sind wir für eine gerechte friedliche Lösung, die die Grundechte aller Muslime, Juden und Christen berücksichtigt. Im Irak ist die Sache klar: Die Besatzer sollen das Land der demokratisch gewählten Regierung überlassen.
Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, auf der internationalen Ebene Frieden und Gerechtigkeit für alle als ihr Ziel zu erklären. Als ein erster Schritt soll die Regierung alle Waffenlieferungen und Militärtechnologietransfer einustellen. Bislang haben die, auf Kosten der Steuerzahler geleisteten deutsche Lieferungen nicht im geringsten der Sicherheit Israels gedient. Sondern nur die Zahl palästinensischer Opfer erhöht. Mit wachsender Zahl der Opfer vergrößert sich die Kluft zwischen beider Parteien und damit entfernt sich jeder mögliche Frieden. Schaffen wir die Waffen ab, damit wir zwischen den Völkern Vertrauen schaffen. Das Verbrechen der Nazis gegen die Juden kann man heute nach 60 Jahren nicht mit der Unterstützung der Verbrechen an einem anderen Volk wiedergut machen.
Frieden schaffen ohne Waffen

