Flugblatt zur Quds-Demonstration 2008

 

Im Namen des Barmherzigen

Das Wort zum Qudstag

Ist die Welt wirklich so kompliziert und ist die Situation so aussichtslos? Sind uns Völkern tatsächlich die Hände gebunden? Können wir Menschen politisch nichts mehr bewirken und unser Schicksal nicht mehr selbst in die Hand nehmen? Haben wir keinen Einfluss auf die große Politik? Müssen in diesem 21. Jahrhundert wieder Krieg und Terror unser Leben überschatten? Haben wir aus dem 20. Jahrhundert nichts gelernt?
Wer hat die Kriege dieses Jahrhunderts, unter welchem Vorwand auch immer, in Afghanistan, im Irak, Libanon, in Palästina und Georgien begonnen? Waren es nicht die USA und ihr Verbündeter Israel? Oder dürfen wir die Schuldigen nicht einmal beim Namen nennen?
Täglich explodieren in Pakistan, Indien, Afghanistan, im Irak und einigen anderen Ländern Bomben. Wer hat diese Welle des brutalsten Terrors ursprünglich ausgelöst? Wer provoziert immer noch die Gegengewalt? Ist es nicht so, dass alles mit einem amerikanischen Plan in Afghanistan begann?
Wer entwickelt und produziert hauptsächlich die zerstörerischsten Waffen dieser Welt? Sind es nicht die Amerikaner und die europäischen Länder? Werden durch Waffenverkäufe und Rüstungsexporte nicht die Kriege von morgen vorprogrammiert?
Wer schafft ständig neue Krisenherde, Spannungsgebiete und Gefahrensituationen, ob im Kaukasus, Georgien, Iran, oder auf anderen Teilen dieser Erde? Sind es nicht auch hier in erster Linie die USA, Israel, aber auch die NATO?
Wer definiert mit Begriffen wie "Islamisten", "Fundamentalisten", "Schurkenstaaten" usw. laufend neue Feindbilder und schafft Spannungen zwischen Völkern, Religionsangehörigen und Kulturen? Sind es nicht wiederum die USA, Israel und europäische Staaten?
Ist aus der "größten Demokratie" nicht die größte Gefahr für die Welt geworden? Ist es vielleicht generell eine Schwäche der Demokratie, dass sie ohne Auseinandersetzung mit anderen Staaten und ohne Gewaltanwendung nach außen nicht weiter existieren kann? Oder liegt es an unserer westlichen Zivilisation und stellt eine Art Zivilisationskrankheit dar? Ist die gesamte restliche Welt außerhalb unserer Demokratien wirklich so böse, dass sie ständig bekriegt werden muss? Und sind wir die Guten? Es kann doch kein Zufall sein, dass beinahe die gesamte Gewalt in diesem Jahrhundert von Demokratien ausgeht! Ist das die Zivilisation, die wir uns gewünscht und für die wir mehrere Generationen lang gearbeitet haben? Es wäre eine äußerst wichtige Aufgabe für unsere Denker und klugen Köpfe, dem Verhältnis der Realdemokratien und der westlichen Zivilisation zur Gewalt auf den Grund zu gehen, bevor es so weit kommt, dass wir den zukünftigen Generationen endgültig die Chance auf ein friedliches Leben nehmen.
Es ist an der Zeit eine Kurskorrektur der Zivilisation herbeizuführen. Wir möchten nicht die Bösen sein. Wir möchten an der Zerstörung der Welt, der Natur, der Völker, der Kulturen und Religionen, der Lebensgrundlagen der Menschen nicht mitschuldig sein. Wir wollen nicht an der Ungerechtigkeit beteiligt sein. Wir wollen nicht ständig mit schlechtem Gewissen oder  in Angst leben müssen, wenn es doch auch eine andere Möglichkeit gibt: Wir sind fest davon überzeugt, dass wir unseren Wohlstand haben können, ohne für diesen einen hohen menschlichen Preis zahlen zu müssen. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Zivilisation uns, trotz all ihrer Vorzüge, zu grausamen Menschen macht. Sie, die Zivilisation, ist nicht todkrank, sondern heilbar.

Mit der Gerechtigkeit sollte man beginnen!

Wir wollen gerecht und fair zu anderen Völkern sein. Wenn die Bevölkerung im Kongo ein ärmliches Leben führt, obwohl sie reich ist, aber einige wenige Hundert Menschen in Belgien damit Milliarden von Dollar machen, dann ist das nicht fair. Wir wollen anderen Völkern unsere Lebensweise, Kultur und Religion nicht aufzwingen. Wir wollen anderen unsere zivilisatorischen Errungenschaften anbieten, jedoch nicht mit Gewalt aufzwingen! Liegen die Wurzeln unserer Zivilisation nicht im Islam, Christentum, Judentum und im alten Griechenland?
Vielleicht sollten wir ihre Heilung auch dort suchen und nicht in den Finanzmärkten.
Gleichzeitig müssen die Reformierung und die Demokratisierung der UNO und aller Weltorganisationen realisiert werden. Die UNO darf kein Instrument der führenden Atommächte sein, sie hat dadurch bereits erheblich an Glaubwürdigkeit und Wirkung eingebüßt. Die existierenden internationalen Organisationen haben weder Kriege, Massenmord und Terror verhindert, noch Hunger und Armut beseitigt. Sie waren bislang nicht imstande auch nur ein Minimum an Gerechtigkeit in der Welt zu erreichen.

Was den Frieden angeht, so ist festzustellen, dass so lange im "Ort des Friedens", Jerusalem, Gewalt und Unterdrückung herrschen, es im Rest der Welt auch keinen Frieden geben kann. Deswegen sollte Jerusalem zur "Hauptstadt des Weltfriedens" erklärt werden. Seit 62 Jahren haben wir es mit einem ständigen Konflikt zu tun, der die Ursache für Gewalt auf der ganzen Welt darstellt. Die Welt wurde damals mit diesem Schritt gespalten, und solange die Zionisten dort an der Macht sind, haben sie ein großes Interesse daran zwischen der islamischen Welt und dem Westen Spannungen zu erzeugen. Sie arbeiten tatsächlich an einem "Clash of Civilizations", am Niedergang unserer Welt. Die gefährliche Idee des zionistischen Staates hat nicht nur die Palästinenser und ihre Nachbarn, sondern auch uns im Westen sehr viel gekostet. Wie lange soll das noch so weitergehen? Ist es nicht möglich dieses Problem friedlich zu lösen? Wir meinen doch! Z.B. auf folgendem Wege oder so ähnlich:

- Die Palästinenser und Israelis wählen 4 Vertrauensländer aus, mit denen sie eine Art provisorische Verwaltung bilden
- Alle Kampfhandlungen und Anschläge werden eingestellt
- Man einigt sich auf einen gemeinsamen Kurs
- Die Rückkehr der vertriebenen Palästinenser wird organisiert
- Alle 11.000 palästinensischen Gefangenen werden freigelassen
- Internationale Hilfe zur Versorgung des Landes wird bereitgestellt
- Die freiwillige Auswanderung wird geregelt
- Die Frage der Staatsbürgerschaft wird geregelt und neue Ausweise werden vergeben
- Die Durchführung der Wahlen zu einer Verfassungsversammlung wird vorbereitet
- Jerusalem -Quds- erhält eine provisorische Selbstverwaltung und eine eigene Polizei, die Armee verlässt die Stadt. Der Zugang steht allen Religionsanhängern frei
- Die neu gewählte Verfassungsversammlung berät über eine neue Verfassung
- Die Verfassung wird durch ein Referendum vom Volk bestätigt
- Die neuen Verfassungsorgane werden nach Gesetz gebildet und die Machtübertragung geschieht schrittweise und friedlich
- Die neue Justiz untersucht die Gewaltanwendungen, aber für kriegsbedingte Gewalt und die Angestellten der Sicherheitsbehörden wird ein Generalamnesty erlassen

Die Welt kann aufatmen und somit wird der Grundstein für den Weltfrieden gelegt.
Unsere Forderungen:
- Druck von unten! Politiker wählen, die in dieser Richtung wirken.
- Keine wirtschaftliche und militärische Unterstützung mehr für das Apartheidregime
- Beendigung der Kriege im Nahen Osten und Rückzug der NATO-Truppen
- Keine direkte oder indirekte deutsche Kriegsbeteiligung im Nahen Osten

Quds-AG der Islamischen Gemeinden der Schiiten in Deutschland

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